
Restaurierung von Fachwerk und Altbau in Markgröningen
In Markgröningen steht Fachwerk aus dem 15. Jahrhundert – mitten in der Altstadt, am Rathaus und in vielen Bürgerhäusern. Damit es noch lange steht, muss man mit ihm arbeiten und nicht gegen es.
Wir erneuern Anstriche, Gefache und Putz so, dass Ihr Haus seinen Charakter behält – Schritt für Schritt mit Ihnen abgesprochen und so, wie es die Denkmalbehörde genehmigt hat.
Ein Rathaus aus Eichenholz von 1441

Die Eichen für das Markgröninger Rathaus wurden im Winter 1440/41 gefällt. Das weiß man aus einer dendrochronologischen Untersuchung, also anhand der Jahresringe im Holz. Das Rathaus am Marktplatz ruht auf 54 Eichensäulen, das alemannische Fachwerk ist zum Teil mit Holznägeln verbunden und mit Schnitzereien verziert.
Als 1963 das Feuerwehrmagazin auszog, hat man dessen drei Tore an der Südseite nicht zugemauert, sondern mit passendem Fachwerk geschlossen. Für Ihr Haus heißt das zweierlei: Gut gepflegtes Fachwerk hält Jahrhunderte. Und wer daran etwas ergänzt, sollte es mit dem Material und in der Bauweise tun, die schon da ist. Daran orientieren wir uns bei Restaurierungen.
„In dem historischen Baubestand aus dem 15. bis 17. Jahrhundert mit der typischen Staffelung der Dach- und Giebelflächen sowie den Fachwerk- und Putzfassaden.“
So beschreibt die Satzung, worin das geschützte Ortsbild seinen besonderen Ausdruck findet – neben den Stadtmauerresten, Stützmauern und Treppen.
Was die Satzung ausdrücklich schützt
Seit 1984 steht die Altstadt als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Als ortsbildprägende Bauwerke nennt die Satzung die Bartholomäuskirche, die Spitalkirche mit dem Spital, das Rathaus, das Obere Tor mit dem Wimpelinhaus, die Obere und Untere Kelter, den Landesfruchtkasten, das ehemalige Schloss und das Vollandhaus.
Viele Häuser sind darüber hinaus einzeln als Kulturdenkmal eingetragen – zum Beispiel zahlreiche Wohnhäuser und Scheunen in der Finsteren Gasse. Für sie gilt laut Stadt: Änderungen brauchen grundsätzlich eine Genehmigung. Bei manchen Gebäuden ist die Denkmaleigenschaft noch nicht abschließend festgestellt; sie wird geprüft, wenn Veränderungen geplant sind.
In der Finsteren Gasse blieb bei einem Umbau vor allem eines erhalten: der Fachwerkgiebel zur Gasse.
Eine ehemalige Scheune dort war so marode, dass sie einzustürzen drohte. Nach intensiven Gesprächen mit den Denkmalschutzbehörden durfte sie zu Wohnraum umgebaut werden – unter Berücksichtigung der Satzung über die Gesamtanlage. Erhalten blieben der historische Fachwerkgiebel nach Süden und die Form des Gebäudes; dahinter entstand ein neues Haus aus Massivholz, der Giebel wurde vollständig saniert. Fertig war das Projekt 2012.
Das Beispiel zeigt, worauf es der Denkmalpflege in Markgröningen ankommt: auf das Bild, das die Gasse prägt. Bei den meisten Häusern geht es nicht um einen Neubau hinter dem Giebel, sondern um genau diesen Giebel – um Holz, Gefache und Putz, die nach außen zeigen.
So arbeiten wir an Ihrem Fachwerk
Schritt 1: Anschauen
Bei der kostenlosen Besichtigung gehen wir die Fassade mit Ihnen ab und sehen uns Holz, Gefache und Anschlüsse an. Auf Wunsch machen wir Fotos vom Zustand vorher.
Schritt 2: Klären, was dazugehört
Schäden am Holz gehören in die Hand einer Zimmerei. Ist das Haus ein Kulturdenkmal oder liegt es in der Gesamtanlage, stellen Sie als Eigentümer den Antrag; unser schriftliches Angebot mit Angaben zu Material, Farbton und Ablauf können Sie beilegen.
Schritt 3: Schonend reinigen
Lose Altanstriche und Verschmutzungen entfernen wir so, dass Holz und Putz nicht leiden.
Schritt 4: Ausbessern
Risse und offene Fugen zwischen Holz und Gefach schließen wir, schadhaften Putz ergänzen wir mit passendem Material.
Schritt 5: Streichen
Holz und Gefache bekommen einen Anstrich, der Feuchtigkeit wieder abgeben kann – im Farbton, der genehmigt ist. Aufbau und Zahl der Anstriche richten sich nach Untergrund und Herstellerangabe.
Schritt 6: Fotos auf Wunsch
Auf Wunsch bekommen Sie Fotos vom Zustand nachher. Kommt bei den Arbeiten Unerwartetes zum Vorschein, etwa alte Malereien, unterbrechen wir und informieren Sie; die Denkmalbehörde muss dann benachrichtigt werden.
Holz schützen, Umgebung abdecken

Bevor wir an Holzteilen am Dachüberstand oder am Fachwerk arbeiten, decken wir Fenster, Mauerwerk und Wege sorgfältig ab. So bleibt der Anstrich dort, wo er hingehört – auch wenn alte Schichten abgenommen werden müssen.
Fragen zur Restaurierung in Markgröningen
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Quellen
Die Angaben auf dieser Seite stützen sich auf diese Quellen. Regeln und Zahlen können sich ändern – maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung. Inhaltlich geprüft am 01.11.2026.
Stand: November 2026. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich ist die Auskunft der Stadt bzw. der Baurechts- oder Denkmalbehörde.
- 1Wikipedia: Rathaus Markgröningen · abgerufen am 01.11.2026
- 2Satzung über die Gesamtanlage „Altstadt Markgröningen“ (PDF) · vom 19.06.1984 · abgerufen am 01.11.2026
- 3Stadt Markgröningen: Denkmalschutz · abgerufen am 01.11.2026
- 4Liste der Kulturdenkmale Markgröningen (PDF, über die Stadt) · Ausdruck 08.12.2015 · abgerufen am 01.11.2026
- 5Heinze-Objektdatenbank: Umbau einer denkmalgeschützten Scheune, Finstere Gasse 10 · fertiggestellt 10/2012 · abgerufen am 01.11.2026

